Daniel Schlegel
Modernster Schutz oder nur Werbung?

Warum Transparenz im Sicherheitsbereich unverzichtbar ist
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen morgens die Zeitung und lesen einen ausführlichen Bericht über ein regionales Sicherheitsunternehmen. Der Artikel wirkt gut recherchiert, seriös und professionell. Er beschreibt ein Unternehmen, das angeblich eng mit Polizei und Feuerwehr zusammenarbeitet, modernste Technik einsetzt und seit Jahrzehnten erfolgreich ist.
Der Eindruck:
ein besonders vertrauenswürdiger Betrieb.
Doch nicht immer entspricht dieser Eindruck der Realität. Oft handelt es sich um bezahlte Anzeigen, die wie unabhängige Artikel gestaltet sind – sogenannte Advertorials. Der gesamte Text stammt dann vom Unternehmen selbst, ohne neutrale Prüfung oder redaktionelle Einordnung.
Viele Leser bemerken das nicht. Studien zeigen:
- Rund ein Drittel erkennt bezahlte Beiträge nicht als Werbung.
- In manchen Medien sogar über die Hälfte.
- Eine deutsche Untersuchung ergab: Nur jeder Vierte identifiziert solche Texte zuverlässig als Anzeige.
Damit beginnt das Problem – besonders im Bereich Sicherheitstechnik.
🎭 Wenn Werbung wie ein neutraler Bericht wirkt
Advertorials sind so gestaltet, dass sie journalistischen Artikeln ähneln:
- seriöse Überschriften
- Fotos von Mitarbeitenden
- scheinbare Autorenzeilen
- berichtartige Formulierungen
Lediglich ein kleines Wort wie „Anzeige“ oder „Advertorial“ weist darauf hin, dass der Beitrag bezahlt wurde – oft so unauffällig platziert, dass viele es übersehen.
Das Ziel ist klar:
Von der Glaubwürdigkeit des Mediums profitieren.
Doch sobald ein Leser bemerkt, dass er eigentlich Werbung liest, sinkt das Vertrauen erheblich. Genau das belegt auch die Medienforschung: Sobald die Tarnung auffliegt, wird der Beitrag schlechter bewertet – und das Vertrauen in das beworbene Unternehmen leidet.
🔥 Warum diese Praxis im Sicherheitsbereich besonders problematisch ist
Im Bereich der Sicherheitstechnik geht es nicht um Standardprodukte.
Es geht um:
- Schutz von Menschen
- Schutz von Eigentum
- Schutz sensibler Bereiche
Kundinnen und Kunden übertragen Fachbetrieben eine besondere Verantwortung.
Diese Verantwortung beginnt lange vor dem ersten Gespräch – oft schon mit dem ersten Eindruck.
Wird dieser Eindruck durch werbliche, aber als journalistisch getarnte Texte erzeugt, entsteht eine Vertrauenslücke noch bevor die Zusammenarbeit beginnt.
⚠️ Typische Formulierungen – und was tatsächlich dahintersteckt
In solchen Anzeigen finden sich häufig Begriffe wie:
- „Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei“
- „Partnerschaft mit der Feuerwehr“
Für Laien klingt das nach offiziellen Empfehlungen oder exklusiven Kooperationen.
Aber die Realität ist meistens deutlich nüchterner:
🔹 Zusammenarbeit mit der Polizei
Meint häufig lediglich die Listung in einer Errichterliste.
Diese Liste ist keine Empfehlung, keine Beauftragung, keine Auszeichnung.
Tatsächlich ist es Unternehmen ausdrücklich untersagt, mit polizeilichen Empfehlungen zu werben. Zulässig ist nur ein sachlicher Hinweis auf die Listung – ohne wertenden Zusatz.
🔹 Partnerschaft mit der Feuerwehr
Bezieht sich oft auf Standard-Notrufdienste oder technische Abläufe, die für viele Betriebe gelten.
Von einer exklusiven Partnerschaft kann keine Rede sein.
Hier entsteht also ein Eindruck, der mehr verspricht, als die Fakten hergeben.
🧩 Warum der Vertrauensbruch sofort beginnt
Der entscheidende Punkt:
Der Vertrauensmissbrauch passiert nicht erst im Nachhinein, sondern sofort, im ersten Kontaktmoment – nämlich dann, wenn ein Kunde glaubt, einen unabhängigen Bericht zu lesen, obwohl er tatsächlich Werbung liest.
Im Sicherheitsbereich hat so etwas keinen Platz.
Transparenz, Ehrlichkeit und klare Kommunikation sind hier keine „Extras“, sondern unverzichtbare Grundlagen.
Unternehmen, die mit irreführenden Formulierungen operieren oder sich hinter werblichen Tricks verstecken, schaden nicht nur sich selbst, sondern der gesamten Branche.
🔍 Woran Sie getarnte Werbeanzeigen erkennen
Wer sichergehen möchte, sollte auf folgende Hinweise achten:
1. Kennzeichnung suchen
Steht irgendwo „Anzeige“ oder „Advertorial“ – manchmal winzig klein?
Dann ist es Werbung.
2. Kontaktdaten im Text
Neutraler Journalismus listet selten vollständige Unternehmensdaten innerhalb des Artikels.
3. Ausschließlich positives Framing
Fehlen kritische Fragen, Vergleiche oder neutrale Perspektiven?
Dann ist es vermutlich ein PR-Beitrag.
4. Nur Aussagen des Unternehmens selbst
Keine externen Expertinnen, keine Quellen, keine Vergleichsdaten → hohe Wahrscheinlichkeit für Werbung.
5. Werbliche Übertreibungen
Superlative wie „marktführend“, „modernster Schutz“, „führend in der Region“ ohne Nachweis sind typisch für Anzeigen, nicht für unabhängige Berichte.
🤝 Unsere Haltung – Transparenz von Anfang an
Für uns als Schlegel Sicherheitstechnik gilt ein klarer Grundsatz:
Wir werben nie im Gewand eines redaktionellen Artikels.
Wir verzichten bewusst auf Formulierungen, die einen falschen Eindruck erwecken.
Wenn wir über Zertifikate, Listeneinträge oder technische Standards sprechen, erklären wir offen, was sie bedeuten – und was nicht.
Wir möchten, dass Kunden von Beginn an wissen:
- wer wir sind
- wie wir arbeiten
- worauf sie sich verlassen können
Transparenz ist für uns keine Option – sie ist die Grundlage.
📣 Unser Appell an Verbraucherinnen und Verbraucher
Gerade im Sicherheitsbereich lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Stellen Sie sich bei Artikeln oder Anzeigen folgende Fragen:
- Ist klar erkennbar, ob es sich um Werbung handelt?
- Werden Fakten transparent erklärt?
- Gibt es unabhängige Quellen?
- Wird mehr versprochen, als nachvollziehbar ist?
Vertrauen entsteht durch klare Informationen – nicht durch Verpackung.
Wenn Sie sich unsicher sind, helfen unabhängige Stellen wie:
- die polizeiliche Beratungsstelle
- Verbraucherzentralen
- Fachbetriebe mit transparenter Kommunikation
✔ Fazit
Werbung ist legitim.
Irreführende Werbung nicht.
Im Sicherheitsbereich zählt Glaubwürdigkeit mehr als jeder Slogan.
Unternehmen, die von Anfang an ehrlich kommunizieren, schaffen Vertrauen – und rechtfertigen es im täglichen Arbeiten.
Kundinnen und Kunden profitieren davon, wenn sie echte Informationen statt vermischter Werbeversprechen erhalten.
Und die gesamte Sicherheitsbranche gewinnt, wenn klare, nachvollziehbare Kommunikation zum Standard wird.

















































