Daniel Schlegel
Wie viel Prozent der Einbrüche werden aufgedeckt?
Warum die Statistik trügt – und was das für Ihren Einbruchschutz in Bremen bedeutet

Schlagzeilen melden seit einigen Jahren Erfreuliches:
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bremen ist deutlich zurückgegangen. 2015 lagen die Fälle noch bei über 1.500, 2023 bei rund 850 – 2024 waren es in der Stadt Bremen etwa 675 vollendete Einbrüche. Das ist ein Tiefststand im Langzeitvergleich.
Die eigentliche Frage für Haus- und Wohnungsbesitzer lautet aber nicht:
„Sind die Zahlen gesunken?“
sondern:
„Wie hoch ist die Chance, dass ein Einbruch überhaupt aufgeklärt wird – und was heißt das für mich?“
Genau hier wird es unbequem:
Die Aufklärungsquote liegt seit Jahren im Bereich unter 20 %. Das bedeutet:
In rund vier von fünf Fällen werden Täter nie ermittelt.
In diesem Beitrag geht es deshalb weniger darum, ob die Statistik nach oben oder unten zeigt, sondern darum:
- wie diese Zahlen zu lesen sind,
- warum sie trügerische Sicherheit vermitteln können,
- und warum Einbruchschutz in Bremen trotz Rückgang weiter Chefsache bleiben sollte.
📉 1. Zahlen in Bremen: Weniger Einbrüche – aber niedrige Aufklärung
Rückgang der Fallzahlen
Die Entwicklung der letzten Jahre in Bremen ist klar:
- 2015: über 1.500 Wohnungseinbrüche
- 2023: ca. 850 Fälle
- 2024: etwa 675 vollendete Einbrüche in der Stadt Bremen
Das ist eine deutlich positive Tendenz. Weniger Anzeigen, weniger Schadensfälle, weniger polizeilich registrierte Einbrüche.
Aber: 675 Fälle bedeuten immer noch knapp zwei Einbrüche pro Tag – allein im Stadtgebiet.
Dazu kommen:
- Versuche, die im Ansatz scheitern und nicht angezeigt werden,
- Einbrüche in Keller, Schuppen, Garagen, die nicht immer in der klassischen Wohnungseinbruchs-Statistik auftauchen.
Aufklärungsquote: Wie viele Täter werden erkannt?
Bei der Aufklärung sieht das Bild seit Jahren so aus:
- Bundesweit liegt die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch irgendwo im Bereich um die 15–20 %.
- Bremen bewegt sich in einem ähnlichen Rahmen – teilweise knapp darunter, teilweise knapp darüber.
Übersetzt für den Alltag:
Bei fünf Einbrüchen wird im Schnitt nur einer aufgeklärt.
In vier Fällen wird der Täter nie identifiziert.
Und selbst beim „einen“ Fall heißt Aufklärung nicht automatisch: Täter verurteilt, komplette Schadenswiedergutmachung und Schmuck zurück im Wohnzimmerschrank.
Das ist keine Kritik an der Polizei – das ist die Realität dieses Delikts:
- Täter sind mobil, oft bandenmäßig organisiert.
- Spurenlage ist oft schwach, gerade bei schnell durchgeführten Taten.
- Einbrecher arbeiten bewusst in anonymen Strukturen.
🧠 2. Was die Statistik mit unserem Sicherheitsgefühl macht
Verhaltenspsychologisch passieren nach solchen Zahlen meist zwei Dinge:
1️⃣ „Die Zahlen sinken, also bin ich sicher.“
Viele Menschen hören: „In Bremen gibt es weniger Einbrüche als früher“ – und schalten gedanklich ab. Typischer Reflex:
- „In unserer Straße war noch nie etwas.“
- „Unser Haus ist unauffällig, warum sollten die ausgerechnet zu uns kommen?“
- „Die machen doch nur bei Reichen was.“
Das sind Selbstberuhigungsstrategien. Sie helfen kurzfristig, das Thema zu verdrängen – ändern aber nichts an der Risikolage.
2️⃣ „Wenn etwas passiert, wird schon ermittelt.“
Gleichzeitig gibt es ein Grundvertrauen in die Strafverfolgung:
- „Man hat doch heute überall Spuren, DNA, Kameras…“
- „Dann schaut die Polizei sich das an und sucht den Täter.“
Die nüchterne Realität:
Bei der Mehrzahl der Einbrüche gibt es keinen ermittelten Täter.
Auch in Bremen betreuen wir regelmäßig Kunden, bei denen:
- die Wohnungstür oder Terrassentür profihaft aufgehebelt wurde,
- Spuren gesichert wurden,
- und später die Rückmeldung lautete: „Leider konnten keine Täter ermittelt werden.“
Das ist keine Ausnahme, sondern eher der Regelfall.
🏙️ 3. Bremen im Detail: Wo es kritisch bleibt
Der Rückgang der Gesamtzahlen ändert nichts an strukturellen Risiken:
- Bremen hat – bezogen auf 100.000 Einwohner – traditionell eine höhere Einbruchsrate als viele andere Regionen.
- Dichte Stadtquartiere, durchmischte Sozialstrukturen, viele Zu- und Abgänge, wechselnde Bewohner – all das macht es Tätern leicht.
Aus der Praxis wissen wir:
- Grüne, wohlhabendere Lagen (z. B. Schwachhausen, Oberneuland, Borgfeld, Teile von Bremen-Nord) bleiben attraktiv für Täter, weil dort Wertgegenstände und Ruhe zusammenkommen.
- In Mehrfamilienhäusern verlagert sich der Schwerpunkt auf:
- Wohnungstüren im Gebäude,
- Keller- und Abstellräume,
- Fahrradräume und Tiefgaragen.
Hinzu kommen immer wieder Serien, bei denen:
- in kurzer Zeit mehrere Häuser oder Straßen betroffen sind,
- Täter gezielt in der Dämmerungszeit unterwegs sind,
- und das Risiko kurzfristig stark steigt, ohne dass die Statistik insgesamt „explodiert“.
🕵️ 4. Warum so viele Einbrüche unaufgeklärt bleiben
Die niedrige Aufklärungsquote hat nachvollziehbare Gründe:
- Kurze Tatdauer: Viele Einbrüche dauern nur wenige Minuten. Täter sind weg, bevor jemand etwas bemerkt.
- Anonymität: In größeren Wohnanlagen fällt eine „fremde Person mit Rucksack“ kaum auf – man hält sie für Besucher, Paketdienst oder Handwerker.
- Spurenlage: Moderne Werkzeuge hinterlassen oft wenig verwertbare Spuren; Handschuhe sind Standard.
- Reisende Tätergruppen: Banden sind überregional unterwegs; selbst wenn eine Gruppe gefasst wird, lassen sich nicht alle Taten zweifelsfrei zuordnen.
Wichtig ist der nüchterne Schluss:
Die Polizei kann viel tun – aber sie kann nicht jedes Delikt rückgängig machen.
Der wichtigste Schutz ist, den Einbruch zu verhindern, nicht ihn im Nachhinein aufzuklären.
Das mag unbequem sein, ist aber ehrlicher, als sich auf Zahlen und Überschriften zu verlassen.
🛡️ 5. Was heißt das für Sie konkret? – Lehren aus den Zahlen
Wenn weniger als jeder fünfte Einbruch aufgeklärt wird, heißt das für Sie:
- Reine Hoffnung auf Abschreckung durch Strafverfolgung reicht nicht.
- Ihr Haus oder Ihre Wohnung braucht einen Grundschutz, der Täter möglichst am Einstieg hindert oder sie frühzeitig aufgibt.
Ein paar zentrale Punkte, die wir aus der Bremer Praxis immer wieder ableiten:
1️⃣ Wohnungstür und Haustür ernst nehmen
- Wohnungstür immer abschließen, nicht nur ins Schloss ziehen.
- Prüfen, ob:
- ein stabiles Schloss,
- ein passendes Schließblech,
- ggf. Zusatzschlösser oder Querriegel vorhanden sind.
- In Mehrfamilienhäusern:
- klare Absprachen zur Nutzung der Gegensprechanlage
- kein automatisches „Summer drücken, damit Ruhe ist“.
2️⃣ Fenster, Balkon- und Terrassentüren nachrüsten
Viele Taten in Bremen beginnen dort, wo der mechanische Widerstand gering ist:
- alte Holzfenster mit einfachen Beschlägen,
- Terrassentüren ohne Pilzkopfverriegelung,
- gekippte Fenster bei Abwesenheit.
Hier haben wir in den letzten Jahren die meisten abgebrochenen Einbruchsversuche gesehen – weil nachgerüstet wurde.
3️⃣ Mehrfamilienhaus-Struktur prüfen
Gerade in Wohnanlagen gilt:
- Wer kommt eigentlich ins Haus – und wie leicht?
- Sind Keller- und Nebeneingänge ausreichend gesichert?
- Gibt es Regeln im Haus oder „macht jeder, wie er will“?
Bevor man in teure Technik (Automatikverriegelung, komplexe Elektronik) investiert, sollte die Grundstrukturstimmen – sonst bleiben Täter weiterhin einfach „hineingebeten“.
4️⃣ Nachbarschaft und Aufmerksamkeit
In mehreren Bremer Straßen und Siedlungen haben wir erlebt:
- Einbruchsserien wurden erst dann gestoppt, als Nachbarn:
- sich abgestimmt haben,
- Auffälligkeiten gemeldet haben,
- gemeinsam auf Polizei und Prävention gesetzt haben.
Das taucht in keiner großen Statistik gesondert auf – wirkt aber unmittelbar vor Ort.
🧾 Fazit: Die wichtigste Zahl ist nicht die Aufklärungsquote – sondern Ihr eigener Schutz
Wenn man alle Zahlen sortiert, bleibt eine ehrliche Antwort auf die Frage:
Wie viel Prozent der Einbrüche werden aufgeklärt?
Weniger als ein Fünftel.
Die Mehrheit der Täter wird nie identifiziert.
Für Betroffene bedeutet das:
- Die Polizei kann helfen, Spuren sichern, beraten – aber sie kann den Einbruch in den seltensten Fällen „rückgängig machen“.
- Die Statistik tröstet niemanden, der abends in eine aufgebrochene Wohnung zurückkehrt.
Deshalb ist für Haus- und Wohnungsbesitzer in Bremen die entscheidende Frage nicht:
„Wie sind die Zahlen dieses Jahr?“
sondern:
„Habe ich mein Haus so ausgestattet, dass Einbrecher es möglichst gar nicht erst schaffen?“
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Objekt im Moment wirklich steht – jenseits von Überschriften und Prozentwerten:
➡️ Sprechen Sie uns an.
Schlegel Sicherheitstechnik prüft Ihre konkrete Situation in Bremen:
- typische Schwachstellen an Türen, Fenstern und Hauszugängen,
- besondere Risiken in Ihrem Stadtteil oder Ihrer Wohnanlage,
- sinnvolle, bezahlbare Maßnahmen mit echtem Effekt – und sagt Ihnen auch offen, was Sie nicht brauchen.
So wird aus einer abstrakten Statistik eine konkrete Entscheidung:
für mehr mechanischen Widerstand, klare Strukturen im Haus – und ein Sicherheitsgefühl, das sich nicht auf Zahlen, sondern auf solide Technik und durchdachtes Verhalten stützt.
















































